Corison, Cathy Corison, Napa Valley, Kalifornien, USA 2010

Tiefschwarz in der Farbe, scheint der Jahrgang aromatisch fast zu explodieren; staubige Mineralität paart sich mit dunklen Gewürzen, saftigem Duft nach Cassis, würzig reifen Beerenaromen und intensivem Veilchenduft. Man kann es nicht anders beschreiben: Der Wein wirkt spektakulär im Glas, dicht gestrickt, unglaublich tiefgründig in den Aromen und eindrucksvoll strukturiert in samtiger Tannindichte, wie es nur großes Napa Valley kann. Dies ist einer der großen Weine des Jahrgangs im Napa Valley. Er wird Zeit brauchen, bis er sich harmonisch in Balance präsentiert, auch wenn er schon heute enormes Trinkvergnügen bietet, allerdings erst am zweiten Tag in der Karaffe.
Preis: 79,00 € www.weinhalle.de

Vorweg gesagt, Cathy Corisons Cabernet Sauvignon habe ich vor mehr als 20 Jahren kennen gelernt und war damals schon von der Finesse und gnadenlosen Eleganz der Weine begeistert. Viele Gäste des Restaurants, in dem ich damals arbeitete, waren zwar Fans kalifornischer Weine, waren aber nicht meiner Meinung, konnten so gar nicht verstehen, was ich denn an diesem dezenten Charakter mit feinstem Stoff so toll finden konnte. Meine mit Engelszungen vorgetragene begeisterte Erklärung wurde mit abfälligen Bemerkungen quittiert, belächelt, damals war schließlich Power angesagt. Ja, auch ich liebte diesen Stil des Cabernet Special Selection von Caymus Vinyards, «dem» Bordeaux unter den Kaliforniern, dem berühmte Weinjournalisten eine nahe Verwandschaft zu Château Latour attestierten.

So kam es, dass die feinen Flaschen Corison liegen geblieben und die dicken Emmas längst ausgetrunken sind. Eine 20 Jahre alte Flasche von Cathy habe ich Ende letzten Jahres geöffnet und war keineswegs überrascht wie jung und frisch «die Cathy» doch geblieben ist. So wie ihre Schöpferin, die mit der 2011er Ernte ihren 25igsten Jahrgang auf ihrem nur 4 Hektar kleinen Weingut geerntet hat. Sie ist zu recht sehr stolz auf ihren feinen Cabernet, denn an dessen Feinschliff kommt so schnell keiner ran. Und das Schönste dabei ist – langsam merken es auch die Fans der dicken Emma Cabs – dass sie mit ihrer Vorliebe für die Wuchtbrummen doch nicht ganz auf dem richtigen Dampfer waren. Diesen Weinen ist oft längst die Puste ausgegangen, nur noch müde schaffen sie den langen Weg von der Flasche ins Glas und dann über den Gaumen in den Schlund. Manch eine strengt ihren Genießer über alle Maßen an.

Ich sichere mir gerne ein paar frische Flaschen vom aktuellen Jahrgang 2010, der zwar zu den konzentriertesten in der Kollektion der Corison Winery gehört, aber das kann mir ja nur recht sein, denn damit überrasche ich dann meine Freunde wieder in ein paar Jahren.

Bordeaux? werden sie dann fragen, ich werde grinsend den Preis erwähnen, dann ist allen zunächst klar, dass es dafür schon jahrelang keinen Bordeaux in dieser Klasse mehr gegeben hat. Und nur wer aufgepasst hat, mich kennt, weiß ganz schnell wohin die Reise geht.

Tiefschwarz in der Farbe, scheint der Jahrgang aromatisch fast zu explodieren; staubige Mineralität paart sich mit dunklen Gewürzen, saftigem Duft nach Cassis, würzig reifen Beerenaromen und intensivem Veilchenduft. Man kann es nicht anders beschreiben: Der Wein wirkt spektakulär im Glas, dicht gestrickt, unglaublich tiefgründig in den Aromen und eindrucksvoll strukturiert in samtiger Tannindichte, wie es nur großes Napa Valley kann. Dies ist einer der großen Weine des Jahrgangs im Napa Valley. Er wird Zeit brauchen, bis er sich harmonisch in Balance präsentiert, auch wenn er schon heute enormes Trinkvergnügen bietet, allerdings erst am zweiten Tag in der Karaffe.

So schreibt Martin Kössler von der Weinhalle in Nürnberg über den 2010er. Er hat mir vor 20 Jahren schon die ersten Corison Cabs geliefert und ist heute immer noch Importeur und, zu Recht wie ich meine, überzeugter Fan der Weine von einer großartigen Weinmacherin der leisen Art, nicht nur aus dem Napa Valley sondern der USA.

2016-11-15T16:49:57+00:00 Mai 29th, 2015|Categories: 2010, Rotwein, USA, Verkostungsnotizen|

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