Domino de Valdepusa, Marqués de Griñón, Spanien 2009

2009_Domino_de_Valdepusa_Petit_Verdot
Dieser Wein überzeugt mit seiner nachtschwarzen Farbe, Dichte bis zum Kern, überströmenden Würze, Fruchtkonzentration, Komplexität und seidiger Textur. Rauchig, speckig, Kaminholz, das sind markante Noten neben den Fruchtkomponenten wie Holunder, Schwarzkirsch oder Zwetschgen. Gewiss, ein Kraftpaket mit all seinen reifen Tanninen und der strukturierten Säure, aber eines, an dem man sich gerne festhält, zumindest am gefüllten Glas. Mich beeindruckt der Petit Verdot nahezu in jedem Jahrgang und das nicht nur, weil er generell sehr selten als reinsortiger abgefüllt wird.

Das 42 Hektar große Weingut des Marqués de Grinon hat eine lange, sehr lange Geschichte, befindet es sich doch tatsächlich seit 1292 im Besitz der Familie von Don Carlos Falcó, Marques de Grinon und Marques de Castelmoncayo. Carlos Falcó hat viel gewagt in seinem Weinleben als studierter Dipl- Agraringenieur. Die ersten Cabernet Sauvignon-Reben hat er angeblich aus Frankreich unter Apfelbäumen über die Grenze geschmuggelt und pflanzte sie 1974 nahe Mapica, in the middle of nowhere. Weitab von den gesetzlich reglementierten Zonen, wie zum Beispiel der La Mancha, liegt das Weingut Domino de Valdepusa. Aus diesem Grund konnte der Marqués in seinen Weinbergen französische Rebsorten pflanzen und das ganz nach seinen Vorstellungen. Anfangs war das noch illegal, seit 2002 hat die Finca eine eigene, kontrollierte Ursprungsbezeichnung, sprich Herkunft. Carlos Falcó hat seinen langen Kampf gegen veraltete Gesetze gewonnen, auch jenen für eine Tröpfchenbewässerung, für die er in seinen Weinbergen einst mit einer saftigen Strafe belegt wurde. Falcó ist ängst eine hochgeschätzte Persöhnlichkeit in der ganzen Weinszene und das nicht nur in Spanien. Er war Vorreiter für viele Neuerungen, gilt aber auch als Vertreter für Altbewährtes.

Der Cabernet bekam 1991 Gesellschaft von Syrah, und 1992 von Petit Verdot. Sie alle gedeihen auf den Ton- und kalkhaltigen Böden wunderbar, die Hitze vertragen die Reben dank der Drahterziehung und Tröpfchenbewässerung sehr gut. Die drei französischen Reben werden seit 1997 sortenrein ausgebaut und das in bester französischer Eiche, das versteht sich von selbst.

Die steinalten Kellergewölbe wurden 1989 von Grundauf renoviert und mit allen technischen Einrichtungen vom Klima über die Luftfeutigkeit, den Barriquekeller, die Fässer eingerichtet. Der legendäre französische Weinprofessor Emile Peynaud war von Anfang an als Berater mit im Boot und hatte großen Einfluss auf die Qualität der Weine.

2016-11-01T23:02:27+00:00 April 20th, 2013|Categories: 2009, Rotwein, Spanien, Verkostungsnotizen|

Hinterlassen Sie einen Kommentar