Rebsorten 2016-10-15T21:46:49+00:00

Rebsorten

Weiße Rebsorten

Riesling | Paula Bosch

Riesling = Typ ist jung sehr frisch, von ganz leicht bis kräftig und gereift; sehr komplex, trocken bis edelsüß, frische jugendliche Säure bis betont reif. 6,5 bis 13,5 Volumenprozent

Riesling ist ohne Zweifel der Champion unter den weißen Rebsorten – nicht nur in Deutschland. Keine andere Sorte kann all das, was Riesling von trocken bis edelsüß abzudecken vermag. Seine unverkennbare Frische mit der markanten Säure, Finesse, Rasse, Leichtfüßigkeit und auch Langlebigkeit, woran man jeden sehr guten Riesling erkennt, ist ein Grund für diesen Titel. Ein weiterer liegt in seiner unerreichten Transparenz in Duft und Geschmack, seiner Mineralität, die seine Herkunft oft eindeutig widerspiegelt. Glockenklare Frucht und finessenreiches Spiel, Eleganz mit Flügeln sind weitere besondere Eigenschaften. Seine Herkunft scheint bis heute nicht bewiesen. Die früheste urkundliche Erwähnung des Rieslings wurde in einer Rüsselsheimer Kellerei mit einer Rechnung aus 1435 für den Kauf von Rieslingsetzreben dokumentiert.
Trinken kann man Riesling vom Apero bis zum Dessert. Leicht fruchtig mit 6,5 Volumenprozent sind Mosel und Nahe unschlagbar. Ideale Sommerweine zur leichten, frischen Salatküche bis Große Lagen, Große Gewächse gereift zu edlen Süßwasser- und Meeresfischen, Fleischgerichten, Wild, Regionalem auch mit Sauerkraut. Lieblich bei Frischkäse, süß bei gereiften Sorten, Dessertauswahl ist grenzenlos.

Sauvignon | Paula Bosch

Sauvignon Blanc = Typ von ausgeprägt fruchtigem, blumigem Duft, große Aromenvielfalt. Saftig, feine, betonte Säure, mittelkräftig bis extraktreich

Die Rebsorte Sauvignon Blanc hat ihre Heimat in Frankreich an der Loire. Von dort trat sie bereits vor 30 Jahren ihre Reise in andere Länder an. Weltweit steht sie mit 80 000 Hektar im Anbau an erster Stelle. In Deutschland erhielt sie ihre Zulassung erst Ende der 90er Jahre. Offizielle Zahlen des DWI in Mainz belegen, dass 2001 die Rebfläche noch 30 Hektar betrug und sich bis 2014 auf 849 Hektar steigerte, das bedeutet in 13 Jahren ein Wachstum von fast 3000 Prozent. Bis dato hat das keine andere weiße Rebsorte erreicht. In deutschen Restaurants und im Handel hat man die Sorte als Sancerre oder Pouilly Fumé schätzen gelernt. Ihr Duft kann, wenn er gut gemacht ist, umwerfend fein und elegant sein, im negativen Fall aber genauso schlecht. Säurebetont und knallfrisch aus dem Edelstahl, komplex, dicht und tief strukturiert aus dem Holzfass.
Passt gut zu: Edelfische, roher oder marinierter Thunfisch in Salaten oder kurzgebraten, Kräutersalate, weißer Spargel in allen Varianten, Gazpacho, Gemüsepfanne, Pasta mit Gemüse oder Sahnesauce, Hummer, Langustinen sowie Ziegenkäse.

Tagcloud Grauburgunder | Paula Bosch

Ein echter Shootingstar, dieser Grauburgunder. Lange Zeit fristete er als Ruländer in Deutschland ein armseliges Dasein, dann setzte er unter dem Künstlernamen Pinot Grigio von Italien aus zu seinem weltweiten Siegeszug an. Typische Aromen: Feigen, getrocknete Zitrusfrüchte, nussige, rauchige, nach Honig duftende, teils speckige Noten. Brot, Toast, braune Butter, frische Pilze, z. B. Champignon. Kraftvoll, weiche Säure von trocken bis edelsüß.

Tipp: Heute ist er Everybody’s Darling, aber leider grenzt das, was einem heute in einfachen italienischen Restaurants vorgesetzt wird, zuweilen an Körperverletzung.

Tagcloud Weissburgunder | Paula Bosch

Weißburgunder = als Typ frisch und feinduftig, blumig, leichter bis mittelkräftiger, im Holz ausgebaut mächtiger Charakter. Säurebetonter, etwas leichter als Grauburgunder

Weißburgunder gilt immer noch als kleiner Bruder des Grauburgunders. Auf deutschen Weinkarten war er vor 20 Jahren wenig präsent. Mit dem Grauburgunder zählt er allerdings im Rebsortenspiegel zu den Gewinnern der letzten Jahre. Deutschland ist mittlerweile nach Italien das Land mit der größten Weißburgunder-Rebfläche. Die Hochburg des Weißburgunders ist hier immer noch Baden. Ansprüche an Boden und Klima sind hoch und lassen die Verwandtschaft zum Spätburgunder erkennen.
Idealer Partner bei Tisch, da er in seiner feinblumigen, duftigen und sehr ausgewogenen Art vielseitig einsetzbar ist. Ein Menübegleiter schlechthin. Von den Vorspeisen bis zum Käse – ein mittelkräftiger Pinot Bianco passt immer. Gut auch zu Käsespätzle mit Zwiebeln.

Tagcloud Müller-Thurgau | Paula Bosch

Müller-Thurgau = Typ leicht, duftig, blumig, frisch, säuremild, zugänglich, einfach und jung zu trinken

Ein Schweizer, Prof. Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau, forschte an der Geisenheimer Lehranstalt nach einer Rebsorte, die den Winzern in der Zeit um 1850 bis 1927 ihre Not mit kleinen Erntemengen, Frost etc. lindern könnte. Wichtig waren: große Erntemengen, Frühreife, Widerstand bei Kälte und Frost. Eine erfolgreiche Sorte war die Müller-Thurgau-Rebe. Nach den neuesten Untersuchungen handelt es sich um eine Kreuzung von Riesling und Madeleine Royale. In unserer Zeit wurde sie dann so überstrapaziert, dass sie zu Recht lange Zeit missachtet wurde. Aber diese Missbilligung und den Missbrauch hat sie nicht verdient.
In Franken, der Pfalz, wie am Bodensee finden sich besonders frische, duftige Exemplare, die herrlich als „easy drinking“-Weine einfach so, als Apero oder auch mal als Weinschorle Trinkvergnügen bereiten. Zu frischen Blattsalaten mit leicht geräucherten Forellen, Aal, lauwarmem Lachs.

Mit knapp 30 Prozent der Weinfläche ist Grüner Veltliner die Rebsorte Österreichs. Beste Ergebnisse werden in der Wachau, im Donauland und im Kremstal erzielt. International hat die Sorte im Anbau immer noch keine Bedeutung. Ihr Charakter ist jedoch eine sehr gute Ergänzung zum übrigen Rebsortenspiegel und Geschmacksbild in Österreich. In seiner Vollendung ist Grüner Veltliner ein Wein mit viel Tiefgang, breitem Aromenspektrum, vollem Körper und reichlich Stoff. Typisches Aroma: Weiße Blüten, Gräser, grüner Spargel, Hefe, Champignon, Würze mit Pfeffer.

Tipp: Ein in Würde gealterter Grüner Veltliner Smaragd z. B. von Knoll kann es mit einem großen Burgunder aufnehmen!

Tagcloud Silvaner | Paula Bosch

Silvaner = vom Typ her jung oder gereift, saftig, harmonisch, milde, teils auch ausgeprägte Säure, leicht bis mittelkräftig

Silvaner ist eine alte, vermutlich aus Österreich stammende zufällige Traminerkreuzung. Leider wird sie immer noch zu Unrecht vernachlässigt, aber ihre Renaissance ist spürbar. Der Silvaner gilt als frühreif, ist ertragsreich und eignet sich bestens für Neuzüchtungen. Ihr neutrales Bukett ist von Vorteil, zugleich aber auch ein Problem. Die Zurückhaltung im Duft wird durch ihren sehr feinen, teils gehaltvollen Geschmack wieder ausgeglichen. Die Säure ist mild bis ausgeprägt, meist jedoch auf der milden Seite. Mittelschwer im Charakter, immer trocken, teils sogar sehr trocken ausgebaut.
Idealer Speisenbegleiter zu Gemüsen wie Spargel, Fenchel, Zwiebelkuchen, Kartoffeln, Gemüseeintopf, Auflauf mit Auberginen, Zucchini. Ebenso zu leicht zubereiteten Süßwasserfischen, gekochtes oder gebackenes Huhn im Ganzen, Kalb als Piccata, Roulade, Filet.

Schon in der Antike feierte man die Muskatellertraube im gesamten Mittelmeerraum, heute vor allem in Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn, Kalifornien oder Südafrika. In Höchstform stellt die Muskattraube die Verführung schlechthin dar. Trocken ausgebaut kommen die besten Muskateller aus der Südsteiermark, dem Elsass, Baden und der Pfalz. Als leicht sprudelndes Getränk begeistern mich einige liebliche Moscatos aus Piemont welche bestens zu leichtem Gebäck und Desserts mit frischen Früchten passen.

Muskatellerweine zeichnet ein unvergleichlicher blumiger Duft – vor allem nach Rosenblüten in allen Variationen -, aber auch nach frischen Trauben, Birnen, Aprikosen aus. Bei restsüß ausgebauten Weinen (z.B. aus Südfrankreich) schmeckt man kandierte Orangenschale, Honig und Marzipan.

Tipp: Muskateller ist ein köstlich, aromatischer Aperitif- Wein und auch zu weißem Spargel (längst kein Geheimtipp mehr, aber immer wieder gut!).

Tagcloud Chardonnay | Paula Bosch

Chardonnay = Typ ohne Barrique eher neutral, im ungünstigen Fall belanglos. Mit Holzausbau würzig, säurearm, voluminös, sahnig, cremig, toastig, viel Schmelz, weich und rund. Üppig und opulent.

Der Ursprung der Rebsorte wird in Vorderasien vermutet, von dort kam sie nach Frankreich, wo sie heute noch in der Bourgogne die besten Ergebnisse bringt. Wenn sie auch sehr genügsam ist und auf jedem Kraut- und Rübenacker gedeiht, entstehen in meinen Augen die besten Chardonnay immer noch auf den kalkreichen Böden in den burgundischen Gemeinden Puligny- und Chassagne-Montrachet. Ausnahmen bestätigen die Regel. Keine andere weiße Rebsorte gewinnt durch den Ausbau in Holzfässern mehr als sie. In warmen Lagen wird sie schnell breit, fett und alkoholisch, weil sie relativ wenig Säure hat und durch den Ausbau im Barrique zusätzlich der biologische Säureabbau vonstatten geht.
Ideal zu Meeresgetier aller Art wie Krustentieren und Muscheln, aber auch Tarte mit Gemüse sowie Pasta mit Sahne passen gut dazu.

Eine kleine Mimose unter den weißen Rebsorten. Die Viognier ist zwar unempfindlich gegen Trockenheit und Hitze, ansonsten aber sehr heikel im Anbau. Ende der 60er Jahre noch fast vom Aussterben bedroht, erfreut sich die Viognier inzwischen großer Beliebtheit. Sie wird im Languedoc ebenso wie in Italien, Kalifornien und Australien angepflanzt. Ihre Stärken: wenig Säure, gehaltvoller Körper und ein ganz eigener Duft nach Blüten wie Akazien, Jasmin, Maiglöckchen, Freesien, oder Weißdorn. Früchte: Marillen, Pfirsich, Williamsbirne, Banane. Im Geschmack sind Viognierweine trotz ihres öligen, reichen, runden Geschmacks völlig trocken. Ein paar wenige werden im neuen Holz ausgebaut.

Tipp: Unbedingt probieren zu einem Gericht mit weißen Trüffeln – ein ganz eigenständiger Wein mit großer Anziehungskraft!

Tagcloud Scheurebe |Paula Bosch

Scheurebe = als Typ fruchtig, saftig, harmonisch, mit feiner betonter Säure, mittelkräftig

Lange galt die Scheurebe als unbedeutende Neuzüchtung, die von Georg Scheu aus einer Kreuzung von unbekannter Wildrebe und Riesling entstanden ist. Sie gilt für mich leider immer noch als unentdeckter Star, obwohl ihr inzwischen etwas mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. Sie ist spätreifend, daher sind ihr anspruchsvolle Lagen gerade gut genug. Wird sie dann reif geerntet, erinnert sie stark an Sauvignon Blanc und etwas Riesling. Mit ihrer rassigen Fruchtsäure, mittelkräftigen Struktur und Intensität, im Edelstahl oder großen Holzfass ausgebaut, mit moderatem Alkohol, passt sie je nach Ausbau, ganz trocken bevorzugt, aber auch mit einem Hauch Restsüße, zur sommerlichen Küche.
Mit knackigen Salaten, kurz gegarten Fischen mit leichten Fonds, Sommergemüse in Begleitung mit Pasta oder Risotto, ebenso Asiacuisine. Restsüße Vertreter sind mit Fruchtdesserts, die man auch im Duft der Sorte finden kann, ideal. Vorsicht bei den Früchten – sie müssen reif sein.

Die Roussanne wird wie die etwas robustere Marsanne traditionell im nördlichen Teil der Rhône angebaut und ist etwas für Weintrinker, die schon alles kennen. Nur selten sortenrein ausgebaut, meist als Verschnitt in südlichen Weinen wie weißem Hermitage, St.Joseph oder Châteauneuf du Pape eingesetzt. In geringen Mengen in der Toskana und Ligurien als Montecarlo Bianco, in Australien hat ihr Michelton/Victoria einen festen Platz eingeräumt. Wichtigstes Erkennungszeichen: ihr nachhaltiger Charakter, der stark wie eine Essenz wirkt. Intensiver Blütenduft, Teearomen, im Mund viel Würze mit Mandelnoten.

Tipp: Nicht zu verwechseln mit der Spezialität Roussette der Savoyen!

Eine Konkurrentin der Roussanne, die was Anbaufläche und Qualität betrifft es durchaus mit ihr aufnehmen kann. Wie die Roussanne wird auch die Marsanne meist zu Cuveés verarbeitet, und zwar für Landweine oder den hervorragenden Hermitage Blanc, St. Joseph sowie St. Péray. Ihre derzeitige Popularität verdankt sie jenen Weinfreunden, die des vielen Chardonnays und Pinot Grigios überdrüssig sind.

Besondere Kennzeichen: ein zarter Duft von weißen Blüten, Banane, Birne und Mandeln. Gehaltvoll, alkoholreich, trocken mit cremiger Textur wie reife Mango. In Kalifornien zeigen die Rhône Rangers, jene Produzenten, die sich auf rypische Rhône-Reben spezialisiert haben, ebenfalls immer größeres Interesse.

Bouquet-Rebsorten wie den Gewürztrminer erkennt man schon an ihrem intensiven Bouquet. Leider stehen sie seit Jahren auf der Seite der Verlierer am Markt. Dennoch gibt es Winzer, die den wahren Wert dieser Varietäten erkennen. Man findet Gewürztraminer heute als Spezialität im Elsass, in Österreich, Südtirol und Osteuropa. Die öligen, ausdrucksstarken Weine haben einen betörenden Duft nach Rosen und Gewürzen wie Anis, Kardamon oder Kümmel. Sie wirken weich und reif, zeichnen sich dank ihres niedrigen Säuregehalts durch eine restsüße Fülle aus. Ein Klassiker zu Schimmel- oder Münster-Käse, als süße Variante sind sie in Begleitung von fruchtigen Desserts im Sommer und zu trockenem Gebäck im Winter willkommen.

Tipp: Gewürztraminer passen perfekt zu asiatischen und sehr scharfen Gerichten!

Tagcloud Auxerrois | Paula Bosch

Auxerrois = Typ von leichter bis mittelkräftig, dezenter Duft, relativ frische Säure, im Alkohol etwas geringer, meist trocken

Die Sorte zählt eindeutig zu den Burgundersorten ist dem Weißburgunder sehr ähnlich. Es handelt sich um eine Kreuzung aus Pinot und Heunisch. Ihre Ansprüche an Lage und Böden sind hoch, auch neigt sie stark zur Verrieselung und bringt dadurch relativ geringe Erträge. Die Herkunft vermutet man in Elsaß-Lothringen. Mit ihrer leichte und frischen Art eignet sich die Sorte sehr gut für Beginn des Menüs. Mit Fischpasten, Sülzen, Quiche, Flussfischen gedämpfter Art, Muscheln im Sud.

Tagcloud Gutedel | Paula Bosch
Gutedel = als Typ frisch und feinduftig, leicht, säurearm, einfacher bis – als Ausnahme – kräftiger Charakter mit einer vorteilhaften Neutralität im Geschmack

Gutedel ist mit 5000 Jahren Geschichte eine der ältesten Kulturreben der Welt und unter dem Synonym Chasselas weit mehr bekannt, vor allem in der Schweiz. Ihr Ursprung liegt vermutlich im Libanon. Über Ägypten, später Spanien und Italien gelangte sie ins französische Rhônetal und von hier aus nach Deutschland – in die Schweiz schaffte sie es erst wesentlich später. Im südbadischen Markgräflerland, wo sie fast ausschließlich angesiedelt ist, gilt sie als Spezialität der Region. In der Regel werden die Weine trocken ausgebaut und wirken sehr leicht und säurearm – mit einer berühmten Ausnahme aus dem Hause Ziereisen.
Ein guter Partner zur leichten Küche, insbesondere Seefischen, zum Lunch und Apero, aber auch passend zum Frühschoppen und zur Vesper mit cremigem, mildem

Tagcloud Traminer | Paula Bosch

Traminer = als Typ sehr blumig, aromatisch, körperreich und gehaltvoll mit milder Säure. Hochfein und elegant von trocken, cremig, ölig bis aromatisch, edelsüß, rosiniert

Die Streitereien um Alter sowie Herkunft des Traminers sind noch nicht beigelegt. Feststeht allerdings, dass es sich um eine der ältesten noch angebauten Rebsorten handelt. In Baden wird sie auch Clevner genannt, in Sachsen firmiert sie unter Roter Traminer, eine Spezialität der Region.
Leider stehen die sogenannten Bukett-Rebsorten – mit Ausnahme von Sauvignon Blanc – nicht sehr hoch in der Beliebtheitsskala. Eigentlich sind sie gar nicht mehr gefragt, bis auf wenige Ausnahmen wie Traminer, Gewürztraminer, da und dort noch ein Muskateller. Sie sind die eindeutigen Verlierer auf dem Markt. Ich finde es sehr gut, dass es noch Winzer gibt, die solche Sorten pflegen.
Was gibt es denn Schöneres als einen cremigen, sanften Traminer zu trinken und dazu ein Stück Gänseleber, egal ob Paté oder gebraten. Oder ein Stück würzigen Käse, ein echter Stinker wie Münster. Ein zartes Küken mit Traminertrauben …

Rote Rebsorten

Tagcloud Sauvignon | Paula Bosch

Ob als Cabernet Sauvignon, oder einfach als Cab, wie er bei den Amerikanern bezeichnet, den berühmtesten Vertreter aller roten Rebsorten kennt man auf der ganzen Welt. Auch auf genügsamen Böden dankt diese Rebsorte es mit Qualitäten, für die Weinfreunde bereit sind Hemd und Hose einzutauschen. Paradebeispiele aus Bordeaux finden sich genügend. Ein Mittelgewicht in Europa, ein Schwergewicht aus Übersee, aber immer mit vielen begehrenswerten Vorzügen. Gleich einem Chamäleon verändert er seinen Duft je nach Standort: Blaubeerige Kopfnoten, schwarzer Trüffel, Kakao, dunkle Schokolade, Leder, Tabak, Zedernholz, Tanne, feuchte Erde, Laub, teils Moschus, Tierhaut. Andere wieder sind mehr von Gewürzen wie Pfeffer, Nelken, Zimt, Minze geprägt. Unreife Exemplare sind von vegetalen Düften wie Laub, grünen Paprikatönen überlagert. Tannine/Gerbstoffe in der Jugend!

Tipp: Überseeweine sind fruchtiger oder würziger mit ausgeprägten Noten wie Eukalyptus, Nelken, Muskat, sowie Ingwer. Im Mund etwas weicher, dicker in ihrer Textur, haben leider gewöhnlich weniger Finesse und Komplexität. Sie sind einfacher im Trunk dank ihrer marmeladigen Struktur.

Tagcloud Spätburgunder | Paula Bosch

Spätburgunder / Frühburgunder = Typ ist jung mittelkräftig, fruchtbetont und harmonisch oder aber gehaltvoll, opulent, körperreich sowie samtig weich bis gerbstoffbetont

Frühburgunder = natürliche Mutation des Spätburgunders mit kleineren Beeren, geringerem Ertrag, reift etwa zwei Wochen eher, ist etwas heller, schmeckt teils würziger, gehaltvoller.

Der Spätburgunder ist in seiner Qualität und Klasse seiner weißen Konkurrenz, dem Riesling, durchaus vergleichbar. Die beiden stehen in der Weinwelt mit gemäßigtem Klima an der Spitze der Qualitätspyramide und gelten als die Royals der Rebsorten.
Bei der Wahl des Standorts stellt der Spätburgunder ebenso hohe Ansprüche wie seine Königin. Genetischen Untersuchungen zufolge handelt es sich bei Spätburgunder um eine natürlich Kreuzung aus Traminer und Schwarzriesling. Die Quellen seines Ursprungs sind unterschiedlich, in Burgund wird die Rebsorte in ihren Anfängen schon ab dem 4. Jahrhundert erwähnt. Geschätzt wird Spätburgunder von vielen Weinfreunden ganz besonders, weil er alle Attribute eines perfekten Rotweins verkörpern kann. In der Farbe von hellem Rubinrot bis zu reifem Granat und Ziegelrot. Im Geschmack mit Tendenzen zu feinkörnigem Tannin, kernig straff bis samtig weich, leicht und frischfruchtig bis körperreich, tiefgründig, vollmundig und unvergleichlich fein. Am besten leicht gekühlt zwischen 16 und 18°C servieren, Barriquevarianten dekantieren.
Ideal für helles und dunkles Geflügel, Coq au vin, Braten, Reh und Hirsch sowie Seefische oder Krustentiere vom Grill. Für eine klassische Käseauswahl vom Brie bis zum reifen Hartkäse ist er ebenfalls ein guter Begleiter.

Leider spielt Merlot im Konzert der großen rebsorten immer nur die zweite Geige. Aber was für eine! In Pomerol und St. Emilion ist sicher für ihre einzigartige Qualität die rote, eisenhaltige Lehmerde mitverantwortlich. Weshalb sonst sollte es den talentiertesten Önologen auf der ganzen Welt nicht gelingen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln diese Monumente zu kopieren? Mir fällt außer dem ansonsten viel strapazierten Begriff „Terroir“ und „Microklima“ nicht viel ein. Merlot in Italien, der Schweiz, Chile, Argentinien, Kalifornien oder Süd-Afrika profitiert einzig und allein vom Image der berühmten Bordelaiser. Entsprechend fallen auch die Preise aus, viele sind jenseits der Schmerzgrenze. Seine Charaktereigenschaften sind: Fülle, Harmonie, Geschmeidigkeit, viel Alkohol, sowie generöse Opulenz. Weniger Säure und Tannine. Von fruchtigen bis balsamischen, animalischen Komponenten geprägt. Cassis, Feigen, Brombeer, Vanille, Harz, Wild, Tierhaut.

Tipp: Guter Merlot besitzt Charakter! Dünne Gewächse aus der ganzen Welt stammen oft von viel zu jungen Reben oder zu hohen Erträgen, sind leicht konsumierbar, charakterlos, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut.

Mit Barbera habe ich viele Jahre die Weine von Giacomo Bologna verbunden und sonst gar nichts. Denn Giacomo war der Mann, der diese bäuerliche Sorte wieder salonfähig machte. Viele haben das vergessen, aber es war so. Und seine Familie hat nach seinem frühen Tod seinen Pioniergeist aufrecht erhalten, mit konsequent guter Qualität, das war ihr Erfolgsrezept. Der Bricco dell`Uccellone hat neben Sassicaia oder Gajas Lagenweinen einen festen Platz als Marke unter den Spitzenweinen. Die Konkurrenz schläft nicht und so hat Braida würdige Mitstreiter erhalten. Der fähigste unter ihnen ist Giorgio Rivetti vom Weingut La Spinetta mit gigantischen Qualitäten. Die Nase ist leicht süßlich mit roten Früchten wie Himbeere, Kirsche und Pflaume. Balsamische und Holzdüfte präsentieren sich je nach Holzfassausbau.

Tipp: Wie guter Barbera schmecken muss? Im Mund erkennt man ihn an seiner hohen Säure und dem versteckten Gerbstoff.

Noch vor 30 Jahren führte die Rebsorte des Barolo und Barbaresco ein überaus armseliges Dasein. Selbst Weine namhafter Produzenten wurden zu läppischen Preisen (5000 Lire waren keine Seltenheit) gehandelt. Dann kam eine neue Generation junger Winzer, die in Frankreich, Kalifornien oder Australien gelernt hatte und auf die väterlichen Weingüter zurückkehrte. Binnen weniger Jahre vollzog sich in den Kellern des Piemonts eine regelrechte Revolution. Die Weine wurden weicher, früher trinkreif, mit neuem Holz geschminkt, in geringeren Mengen und zu besseren Qualitäten auf den Markt gebracht. Heute sind 60 Euro für die besten Barolo ganz normal. Und noch nie waren die Könige des Piemonts so gut wie die aus den letzten zwei Jahrzehnten (mit Ausnahme einiger schwächerer Jahrgänge wie 1991, 1992, 1993, 1994, 2002, 2003). Geruch reifer, roter Früchte, dem Duft von Rosen und Veilchen, Lakritze, Teer, Kampfer, Trüffel, Pilzen, feuchter Erde.

Tipp: Nebbiolo-Wein erkennt man an seiner Spannkraft und Stärke, seinem Volumen, Potenzial an Wärme und viel Tannin. So manche werden von neuem Eichenholz geprägt; charakteristisch ist auch ein relativ hoher Alkoholgehalt.

Pizza und „Tschianti“ – das war einmal. Diesen Titel könnte ich mir für eine lange Urlaubsgeschichte aus der Toskana ganz gut vorstellen. Hauptdarstellerin wäre, wie könnt es anders sein „Sangiovese“, erst in einfachen Kleidern, später in feinstem Stoff von einem der berühmten Meister italienischer Haut- Couture. Sangiovese, „die Rebsorte“ der Toskana, also des Chianti, des Brunello, des Vino Nobile de Montepulciano und so weiter. Stets eine gute Hauptdarstellerin, auch wenn sie mit Cabernet und Co vermählt wird. Sie zu erkennen ist nicht ganz einfach, auf Grund der vielen unterschiedlichen Stile. Kirsch und Preiselbeer-Aromen im Vordergrund, prägnante Säure, allgemein etwas heller im Farbton.

Tipp: Fonterutoli 2009!

Syrah gilt als everybody’s darling der Weinwelt, von A wie Australien bis Z wie Zypern. Ihre europäische Heimat ist die nördliche Rhône-Region, wenngleich Syrah heute fast im gesamten Süden Frankreichs weit verbreitet ist. Der Hermitage gilt als der Anführer in der Qualitätshierarchie unter den ganz großen Syrah-Weinen. Ihm folgen Côte Rôtie, Cornas, Gigondas und Saint-Joseph. In Übersee ist Australien Platz Nummer eins für Shiraz, Kalifornien folgt auf dem Fuße. Ein erstklassiger Syrah ist in seinem Aromenbild so vielschichtig wie ein Baumkuchen in seiner Struktur. Die Aromenpalette reicht von frischen Waldfrüchten über rote Beeren, Pilz, Blumen, bis zu Gewürzen und animalischen, wilden Noten. Shiraz aus Übersee erkennt man an noch mehr Reife, Schmelz, Saft und geballter Frucht.

Tipp: Nicht nur preiswertere Alternativen, sondern echte Highlights: die Newcomer von Languedoc-Roussillon!

Rioja, Ribera del Duero, Navarra und Somontano heißen die vier Weinregionen Spaniens, die in den vergangenen 20 Jahren mit exzellenten Rotweinen von sich reden gemacht haben. Die Traube, die hinter diesem Erfolg steckt, heißt Tempranillo (manchmal in Kombination mit Garnacha). Ihre Charaktermerkmale hängen stark von der jeweiligen Anbauregion ab. Von hellroter, sanfter, gefälliger Struktur im Rioja bis zu kernigen, tanningeladenen, kraftstrotzenden Burschen im Ribera del Duero. In jungen Jahren von balsamischen und animalischen Noten geprägt, also Vanille, Weihrauch, Eiche, Harz, Petroleum sowie Fell, geräucherter Speck, Moschus, Schweiß, Wildbrett, Leder. Mit der Reife entwickeln sich Noten wie Zwetschgen, Rosinen, Dörrobst. Im Mund warm und feurig, alkoholisch, teils streng, kernig, mal dicht, mal eher mager und vor allem, durch zu lange Fasslagerung, zuweilen auch ausgetrocknet.

Tipp: Absoluter Knaller: Ein einfacher Tempranillo von Alejandro Fernandez zu Pasta mit Chorizo!

Grenache ist die meist angebaute Rotweinrebe in Spanien. Aber auch in Frankreich ist diese Rebe von größter Bedeutung. Als Cannonau feierte sie ihre ersten Erfolge auf Sardinien und in Kaliforniens Central Costal Region haben ihr Rhône-Rangers für amerikanische Verhältnisse ein paar Miniaturflächen geräumt, wo sie beste Ergebnisse erzielen. Auch für die Grenache gilt: sie bringt nur gute Weine, wenn sich ihr Erzeuger entsprechend engagiert. Aus dem Priorato beispielsweise kommen heute hervorragende Garnacha-Weine, ebenso aus dem Rhonegebiet und dem Languedoc. Große Auftritte (jedenfalls wenn es um Mengen geht) hat sie auch als Grenache blanc und gris, und zwar trocken, weiß oder rosé ausgebaut. Als süße Variante erscheint Grenache an der spanisch-französischen Grenze, als hellere Variante (Grenache gris und blanc) im Banyuls oder Rasteau. Ihr Duft ist würzig wie ein Gewürzkasten, fast immer mit leicht animalischen Noten. Pflaumen, Rosinen und Lakritze begleiten den warmen, tanninarmen Körper.

Tipp: Würde ich auf eine Insel verbannt, ich nähme eine Flasche Chateau Rayas zum Trost mit.

Die Zeiten, in denen sich in der Nacht zum 14. November kilometerlange Lastwagen-Karawanen, vollgeladen mit Beaujolais Primeur, auf den Routes Nationales des Beaujolais stauten, sind vorbei. Heute ist Beaujolais so out wie Edelzwicker, Chablis und Kir royal. Schade drum, denn es gibt auch heute noch gute Qualitäten aus der Gamay-Traube, der traditionellen Rotweintraube des Beaujolais. Bedauerlicherweise scheint dies aber bei den Importeuren genauso unbekannt wie beim Konsumenten, weshalb gute Qualitäten kaum noch auf den Markt gelangen. Bitte in Zukunft etwas mehr davon! Gamay-Weine sind sehr süffig, sehr fruchtig im Duft, erinnern an Himbeere, Banane, Williamsbirne. Wenig Tannin.

Tipp: George Duboeuf erzeugt Spitzenqualitäten zu erschwinglichen Preisen!

Der Ursprung dieser kalifornischen Spezialität ist immer noch ungewiss. Aus Apulien ist zu hören, Zinfandel sei nichts anderes als der dort beheimatete Primitivo. Auch recht, das Ergebnis stimmt in beiden Fällen. Aus Zinfandel können brachiale, archaische Weine mit einem ungeheuren Alkoholgehalt (mitunter mehr als 16 Prozent!) erzeugt werden, die vor Würze und Kraft nur so strotzen. Darauf gibt es nur zwei mögliche Reaktionen: Entweder man lehnt sie total ab oder man nimmt sie begeistert an. Als Solotänzer sind Zinfandel-Weine sicher weniger geeignet, doch zu Wildgerichten machen sie viel Spaß. Gute Zins duften nach Zwetschge, Grenadine, Eukalyptus, Minze, Zimt und Gewürznelke. Weich, rund, mit guter Länge.

Tipp: Finger weg von weißen oder rosé-farbigen Varietäten.

Tagcloud Lemberger | Paula Bosch

Wenn einem in Württemberg ein guter Rotwein serviert wird, dann ist er meistens aus Lemberger. Seine Farbe ist auffallend dunkel, die Aromen sind sehr stark und von roten und blauen Früchten geprägt. Meist schmeckt er harmonisch, gut balanciert und wird deshalb oft mit dem Gamay in Verbindung gebracht, was aber nicht zutrifft. In Österreich, wo die Traube „Blaufränkisch“ heißt, ist ihre Anhängerschaft bedeutend größer als bei uns. Als Kéfrankos kennt man ihn in Ungarn. Der Lemberger/Blaufränkisch wird sicher nie ein großer Wein, seine Qualitäten sind aber so solide, dass er sich nicht zu verstecken braucht. Meine Meinung: Er verdient mehr Aufmerksamkeit.

Tipp: Als leichterer Wein mit wenig Gerbsäure passt er gut zu gebratenem oder gegrilltem Fisch und hellem Geflügel.

Dornfelder = Typ ist sehr farbintensiv, oft schwarzrot bis nachtschwarz. Rustikaler, fruchtbetonter und kerniger Charakter, stoffig, mittelkräftig, von harmonisch bis teils gerbstoffreich

Die Neuzüchtung Dornfelder geht auf das Konto des Württembergers August Herold, der in Weinsberg lebte und die Sorte bereits 1955 gezüchtet hatte. Unter den deutschen Rotweinsorten gilt sie als erfolgreichste Neuzüchtung. Allerdings teilen sich diesbezüglich die Meinungen. Gegner sprechen bei Dornfelder nicht ganz zu Unrecht von einem Massenwein, denn flächenmäßig steht er unter den roten Sorten gleich neben dem königlichen Spätburgunder im Rebsortenspiegel an zweiter Stelle. Was jedoch die Qualität anbelangt, ist er doch davon ein Stück entfernt. Die Befürworter loben seine Vorteile, er bleibt selbst bei Qualitäten ein solider, guter Basiswein. Dornfelder ist eine Rebsorte, die mit ihren Reizen durchaus eine dicke Lippe riskieren kann: Ihre satte, tiefe dunkelrote bis nachtschwarze Farbe beeindruckt viele, daher wurde sie auch als Deckrotwein zur Farbintensivierung für blassfarbige Typen verwendet. Ihr saftiger, traubiger und fruchtbetonter Geschmack mit üppiger und stoffiger Textur und viel, aber reifem Tannin wirkt durchaus verführerisch. Der süffige Wein ist unkompliziert im Trunk, hat aber auch wenig Tiefe und Nachhall.
Ein Wein zu kräftigem Grillfleisch oder würzigem Gulasch, an kalten Abenden einfach mal am Kamin. Zu Hasenpfeffer, Wildragout und Pasteten, Schnecken mit Knoblauch, Schwarzgeräuchertem.

Tagcloud Lemberger | Paula Bosch
Lemberger = Typ ist sehr farbintensiv, oft schwarzrot bis dunkelrubin. Von der Lage und dem Erntezeitpunkt abhängige Reife: leicht und fruchtig bis rustikaler, gerbstoffreicher Charakter. Komplexität und Stoffigkeit ist markant, mittelkräftig bis gehaltvoll, teils gerbstoffreich.

Die Heimat des Lembergers wird in Österreich vermutet, wo er unter dem Namen Blaufränkisch als die Rebsorte des Landes gefeiert wird. Im Burgenland, Mittelburgenland, insbesondere um Eisenberg verzeichnet sie zu Recht sehr große Erfolge. Auch im nahen Ungarn ist sie als Kékfrankos stark verbreitet. Im schwäbischen Württemberg kommt Lemberger immer dann ins Glas, wenn gehaltvoller Wein oder auch etwas Besseres als leichter Trollinger gewünscht ist. Seine Qualität und sein Charakter hängen stark von geernteten Mengen und der Ausbauart im Keller ab. Entsprechend unterschiedlich ist er im Geschmack, in der Intensität und im Preis.
In der schwäbischen Küche passt er zu Zwiebelrostbraten, Schmorgerichten, Haarwild, Käsespatzen, Vesper, Wildgulasch, Eintopf mit Fleisch und Gemüsen, Landpastete.

Tagcloud Trollinger | Paula Bosch

Trollinger = Typ ist jung und hell, leicht mit wenig Gerbstoff, ähnlich einem Beaujolais. Frisch und saftig, nur jung zu trinken

Ausgerechnet bei den Württembergern, deren Nationalgetränk der Trollinger ist, ähnlich wie bei den Bayern das Bier, ist die Anbaufläche des Trollingers rückläufig. Das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass die Sorte oft in guten Lagen steht, in denen eigentlich Riesling angepflanzt werden könnte, die Qualität des Trollingers jedoch sehr viel geringer ausfällt. Sein Ursprung findet sich in Südtirol, im Trentino, allerdings wird inzwischen auch die Lombardei vermutet. Obwohl flächenmäßig unbedeutend, gilt der Muskat-Trollinger als Spezialität, deren duftiges Aroma an Muskatblüten erinnert und in guten Jahren respektable Weine erzeugt.
Man sollte sie leicht gekühlt bei 12 bis 14°C genießen, zur leichten Brotzeit, Pasta mit Fleischragout, geräucherten Forellen, Zwiebelkuchen, Quiche oder einfach so zwischen durch.